Ein Anzeigenblatt der



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Rund 200 Menschen versammelten sich am Donnerstag zu einer Demonstration vor dem Duisburger Rathaus, forderten lautstark den Rücktritt von OB Adolf Sauerland. Mit Parolen wie „Sauerland raus!“ und „Wir haben die Schnauze voll!“ machen sie ihrem Zorn und Ärger Luft, prangern die Verantwortlichen für das tragische Unglück bei der Loveparade an, das so viele Opfer forderte. „Ich entschuldige mich als Duisburger bei allen Angehörigen der Opfer“, ruft Markus Schröder, privater Organisator der Demonstration, der Menge zu. Und erhält für diese Aussage ebenso lauten Beifall wie für sein Statement: „Wir sind hier, um den Druck auf die Politik zu erhöhen und den Rücktritt der Verantwortlichen zu fordern“. WA-Foto: Kirchner
Der Verein „Zukunftsstadtteil“ e.V. hat am Unglückstunnel an der Karl-Lehr-Straße eine Mahnwache organisiert sowie ein Kondolenzbuch ausgelegt. „Eine lange Schlage bildete sich bis um 2 Uhr am Mittwochmorgen, um sich einzutragen - nach bis zu anderthalb Stunden Wartezeit. Eine Zeit für Kontemplation und Besinnung vielleicht, auch im Erleben, mit seiner Betroffenheit nicht alleine zu sein. Hunderte von Einträgen zeigen Bestürzung und Trauer. Es ist unser Wunsch, das Kondulenzbuch im Rahmen des geplanten Trauergottesdienstes zu übergeben. Diese Bitte haben wir an verschiedenen zuständigen Stellen vorgetragen. Gerne würden wir dabei einige ausgewählte Einträge vorlesen“, so der 1. Vorsitzende Dr. Michael Willhardt. WA-Foto: Preuß
Wer ist verantwortlich zu machen? Mit 21 Toten und 511 Verletzten artete das als friedliche Spaßveranstaltung geplante Techno-Festival zur Katastrophe aus. Zwischenzeitlich hat die Polizei Köln aus Gründen der Neutralität die Ermittlungen übernommen. Wer ist aus Sicht der Bürger verantwortlich zu machen? „Ich war im Tunnel und bin selbst bewusstlos geworden. Ich habe Tote gesehen, es war der Horror. Schuld sind die Veranstalter, die Menschenmassen auf einem kleinen Gelände zusammenpferchten. Rücktritte nützen jetzt allerdings niemandem. Man sollte die Hinterbliebenen entschädigen“, erklärt Mary Ahrens (20). Mehr Meinungen in unserer Mittwochausgabe!
Tag eins nach der Katastrophe. Duisburg trauert und erfährt: Die Duisburger Loveparade 2010 war die letzte Veranstaltung ihrer Art, so Loveparade-Organisator Rainer Schaller auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Stadt, Ordnungs- und Rettungskräften am Tag nach der Katastrophe. Riesig war der Andrang von Medienvertretern aus dem In- und Ausland im Rathaus, die von Duisburgs OB Adolf Sauerland, Duisburgs Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe, Organisator Rainer Schaller und Duisburgs stellvertretendem Polizeipräsidenten Detlef von Schmeling vor allem eine Frage beantwortet wissen wollten: War das Unglück vorprogrammiert? Durch die Wahl des Veranstaltungsortes, durch die mangelnde Größe des Geländes, durch den einzigen Zu- und Abgang zum Festivalgelände entlang des Tunnels? Konkrete Antworten gab es kaum, jegliche Schuldzuweisungen wurden als voreilig zurückgewiesen. Und immer wieder der Hinweis von Stadt, Planern und Ordnungsbehörde, in Hinblick auf die gerade erst angelaufenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft derzeit noch keine konkreten Aussagen machen zu können. Auch nicht, was die persönliche Verantwortung Einzelner angeht. Empörung und Enttäuschung angesichts der mageren Stellungnahmen bei den Pressevertretern: „19 Menschen sind gestorben, und Sie eiern da rum!“ WA-Foto: Frank Preuß
Ja-Sager verantwortlich? 21 Tote, 511 zum Teil schwer Verletzte – das ist die erschütternde Bilanz der Loveparade 2010 in Duisburg, bei der es im Zugangstunnel auf der Karl-Lehr-Straße zu einer Massenpanik mit tödlichen Folgen kam. Wolfgang Orscheschek, Duisburger Kreisvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, erhebt schwere Vorwürfe: Die Raver seien keine Opfer des Sicherheitskonzepts der Einsatzkräfte geworden. „Polizei, Feuerwehr und alle mit der Planung dieses Mega-Events befassten Sicherheitskräfte haben im Vorfeld stets ihre Vorbehalte geäußert. 20 Tote und 511 Verletzte wurden Opfer materieller Interessen eines Veranstalters, der unter dem Deckmäntelchen der ‚Kulturhauptstadt 2010’, unter Ausnutzung planbarer Medienreaktionen soviel Druck auf Landespolitiker ausübte, dass vor dem drohenden Szenario eines irreparablen Imageschadens für die Region und die Stadt Duisburg unsere Stadtpolitiker dermaßen in die Enge getrieben wurden, dass sie zum Ereignis Loveparade, trotz eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich, nur ‚ja’ sagen konnten.“
Das Team des Wochen-Anzeiger Duisburg im Medienhaus am Harry-Epstein-Platz 2 in Stadtmitte (neben dem Hauptbahnhof). Foto: Hannes Kirchner

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Flash ist Pflicht!
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Aktuelles

Linke will OB abwählen

Am Freitag wurden alle Duisburger Ratsmitglieder von der Fraktion "Die Linke" angeschrieben und gebeten den Antrag: "Der Rat möge beschließen, die Bürgerinnen und Bürger über die Abwahl des Oberbürgermeisters abstimmen zu lassen" mit einzubringen. Alle Fraktionen wurden um Unterstützung gebeten. "Sobald die Post bei den Ratsmitgliedern angekommen ist, kann also jedes Ratsmitglied für sich entscheiden, ob er/sie einen solchen Antrag einbringt", erklärt die Partei. Die FDP hat bereits Zustimmung signalisiert.


Innenminister spricht Klartext

Der neue NRW-Innenminister Rolf Jäger (SPD) ist der erste, der nach der Katastrophe von Duisburg klare Worte findet. In einer Pressekonferenz am Mittwoch wies Jäger die Schuld am tragischen Verlauf der Loveparade, bei der 21 Menschen, dem Veranstalter Schaller zu. Unter anderem sagte Jäger: "Die Stimmung ist die, dass nicht gesagt wird, was wirklich passiert ist." Außerdem gab Jäger zu Protokoll, dass es "unerträglich" sei, dass "Verantwortung von Seiten des Veranstalters und der Stadt abgeschoben wird, und zwar bevor alle Fakten bekannt sind". Der Veranstalter Rainer Schaller erklärte später, die Vorwürfe genau prüfen zu wollen.


Trauerfeier mit Merkel,
ohne Sauerland

Wer ist für den Tod von 21 Menschen und über 500 Verletzte verantwortlich? Wie kamen die Menschen zu Tode? Auch vier Tage nach dem tragischen Unglück in Duisburg bleiben viele Fragen offen. Aber es gibt erste Erkenntnisse. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gab bekannt, dass keines der Todesopfer Sturzverletzungen erlegen ist, alle wiesen Obduktionsberichten zufolgen Brustquetschungen auf. Darüber hinaus verdichten sich die Hinweise, dass Oberbürgermeister Adolf Sauerland bereits Wochen vor der Loveparade über alle Sicherheitsbedenken Bescheid wusste. Der Trauerfeier für die Opfer am Samstag, um 11 Uhr, in der Salvatorkirche am Burgplatz  bleibt Sauerland fern - er wolle die Gefühle der Trauernden nicht durch seine Anwesenheit verletzen, teilte er mit. Angela Merkel unterbricht ihren Urlaub und nimmt teil.


 

OB lehnt Rücktritt ab

Nach heftiger Kritik an seiner Person und immer lauter werdenden Rücktrittsforderungen nahm Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der mittlerweile unter Polizeischutz steht, am Montagnachmittag persönlich Stellung. Einen Rückzug aus dem Amt lehnte er zu diesem Zeitpunkt ab: „Die Frage, ob wir uns etwas vorzuwerfen haben, beschäftigt mich ganz persönlich, lässt mich nicht ruhen. Die in diesem Zusammenhang genannte Forderung nach einem Rücktritt als Oberbürgermeister Duisburgs kann ich nachvollziehen. Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten. Ich will mich ausdrücklich auch an die Angehörigen der Verstorbenen wenden und auch an diejenigen, die Kinder, Verwandte und Freunde verloren haben oder die verletzt wurden: Es tut mir unendlich leid. Ihr Schmerz ist nicht teilbar. Ich weiß, dass Sie von mir Antworten erwarten. Ich kann Ihnen diese heute nicht geben. Aber ich werde Ihnen diese geben, sobald sie vorliegen".


Werden Sie Bürgerreporter!

Sie sind Pressewart eines Vereines? Vertreter einer Schule, eines örtlichen Verbandes oder einer Gruppe? Sie sind ein Mensch mit besonderen Interessen und Hobbys? Und Sie möchten die Inhalte ihres Wirkens der Öffentlichkeit präsentieren, anderen mitteilen, was Sie bewegt? Dann werden Sie Mitglied des neuen Community-Projekts „Lokalkompass“ des Wochen Anzeiger, dann bewerben Sie sich jetzt als Bürger-Reporter für unsere Redaktion, werden Blogger in der entstehenden Community unseres Verlages. Informieren Sie sich am 1. September auf der Auftaktveranstaltung bei Ihrem Wochen Anzeiger über die neue Bürgercommunity. Melden Sie sich als Bürgerreporter unter redaktion@wochenanzeiger-duisburg.de beziehungsweise unter Tel. 0203/9926-3221. Neugierig geworden auf die Möglichkeiten der neuen Bürgercommunity, in der die Redaktion Duisburg und ihre Bürgerreporter ab 1. September aktiv sein werden? Dann klicken Sie schnell auf www.lokalkompass.de!


Service und Gewinn

9 x 2 Karten für Komödie
Düsseldorf zu gewinnen

Zwei Lieblinge der Duisburger Comödie, Michaela Klarwein und Momme Mommsen, die in den unterschiedlichsten Rollen jahrelang das Duisburger Publikum begleiteten, stehen derzeit in Virchs Stück „Denn sie wissen nicht, was sie erben“ gemeinsam auf der Bühne der Komödie Düsseldorf, Steinstraße 23.  Ihre Bühnenpartner sind Andrea Spatzek („Die Lindenstraße“) und der bekannte Kabarettist Kalle Pohl, für den Erich Virch diese Komödie geschrieben hat. Wir verlosen insgesamt 9 x 2 Karten für die Vorstellung am Samstag, 7. August, um 20 Uhr. Einfach unsere Hotline 01379-22 44 13 (50 Cent aus dem Festnetz - M.I.T., Mobilfunkpreise können abweichen) bis einschließlich Mittwoch, 4. August, 24 Uhr, anrufen, Name und Adresse angeben und folgende Frage beantworten: Für wen wurde das Stück geschrieben? Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 



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